Neue Präsidentin von Sandvik Coromant will Tempo erhöhen

Nadine Crauwels, President of Sandvik Coromant, says she will never let Sandvik's size and history be an excuse to slow things down.

Nadine Crauwels soll Sandvik Coromant in die digitalisierte Welt der Fertigung führen, und sie will nicht mehr warten. Wer Erfolg haben will, muss sich rasch bewegen, kreativ sein und unkonventionell denken, meint sie.

Nadine Crauwels wurde im Mai 2017 zur neuen Präsidentin von Sandvik Coromant, Sandviks größtem Produktbereich, ernannt.

Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihren Hintergrund für diejenigen, die Sie nicht kennen.

Ich bin in Belgien geboren und aufgewachsen. Dort habe ich auch mein Master-Examen im Maschinenbau gemacht. Ich habe 22 Jahre in der Fertigungsindustrie gearbeitet, davon 17 Jahre auf verschiedenen Posten und an unterschiedlichen Standorten bei Sandvik Coromant. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, eine siebzehnjährige Tochter, sie geht aufs Gymnasium und einen neunzehnjährigen Sohn, der in Florida studiert. Meine Freizeit verbringe ich so oft wie möglich mit meinem Mann in der Natur. Wir joggen, laufen Ski und wandern zusammen oder wir unterstützen unsere Kinder bei ihren Aktivitäten und Interessen.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Ich freue mich, wenn ich sehe, wie Menschen sich weiterentwickeln und bin fest davon überzeugt, dass viele über sich hinauswachsen, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt. Ich stelle hohe Ansprüche, sowohl an mich selbst als auch an andere. Wir sind ein Team von extrem talentierten Leuten und dieses Potenzial müssen wir ausnutzen.

Nadine Crauwels, Präsidentin von Sandvik Coromant.Ich denke, wir sollten keine Zeit verlieren. Auch wenn es eine Herausforderung ist, werde ich niemals zulassen, dass unsere Größe und Geschichte unsere Weiterentwicklung bremsen. Als Ingenieurin bin ich mir durchaus bewusst, wie wichtig es ist, Dinge richtig zu machen, aber wir müssen uns auch vorwärtsbewegen, unsere Komfortzone verlassen, kreativ sein und den Mut zum Scheitern aufbringen.

Und was tut Sandvik Coromant, um die Grenzen zu sprengen?

Wir befinden uns in einer Zeit des raschen Wandels. Wir glauben, genau zu wissen, wie wir die Produktivität unserer Kunden erhöhen können, und wir sind daran gewöhnt, einen ziemlich statischen Kreis von Wettbewerbern zu haben. Mit der Digitalisierung ändert sich jedoch alles. Durch neue Technologien ergeben sich ständig neue Möglichkeiten, unseren Kunden einen zusätzlichen Wert zu bieten.

Das gibt uns die Chance, unser Spektrum zu erweitern. Die Digitalisierung bringt zudem neue Wettbewerber mit sich, zum Beispiel Unternehmen, die gut darin sind, Daten zu analysieren. Dafür muss man nicht in der Zerspanungsbranche tätig sein. Auch hier müssen wir uns der Herausforderung stellen, kreativ sein und unkonventionell denken.

Was zeichnet Sandvik Coromant in diesem neuen Umfeld aus?

Abgesehen von unseren hochwertigen innovativen Werkzeugen sind Vertrauen, enge Beziehungen und Fertigungskompetenz charakteristisch für unsere Marke. Alles, was wir tun um voranzukommen, basiert auf diesen Werten, allerdings in neuer Form. Wir erweitern unser Angebot auf neue Teile der Kunden-Wertschöpfungskette, indem wir digitale Lösungen bereitstellen und andere Wege finden mit unseren Kunden zu kommunizieren. Nicht unbedingt nur durch persönliche Gespräche mit einem Verkäufer. Wenn wir uns auf unserer Reise in die digitale Welt eng an unserer Marke orientieren, wird sich unser Konzept auch weiterhin nur schwer kopieren lassen.

Welche Synergien sehen Sie zwischen Sandvik Coromant und anderen Teilen von Sandvik?

Wir profitieren von gemeinsamen Forschungsaktivitäten. Hier eröffnet uns die Digitalisierung wirklich neue Möglichkeiten, wenn es um Synergien und Zusammenarbeit auf neutralen Plattformen geht. Die additive Fertigung ist ein gutes Beispiel: Ein Geschäftsbereich betreibt die Plattform, ein anderer stellt einzigartige Werkstofferkenntnisse und Rohstoffe bereit, und die Produktbereiche steuern ihr Wissen über Kundenbedürfnisse und Markttrends bei.

    Anders Lindh

    Ein höherer Vernetzungsgrad und Cloudlösungen helfen Kosten zu sparen, die Produktivität zu steigern und industrielle Schwankungen weltweit aufzufangen. Anders Lindh erklärt was dahinter steckt.