Wird Ihr nächster Kollege ein intelligenter Roboter sein?

Two collaborative robots, so-called cobots.
Baxter and Sawyer from Rethink Robotics are two examples of collaborative robots, so-called cobots, that have already joined the industrial workforce. Photo: Rethink Robotics

Intelligente Cobots werden schon bald traditionelle Industrieroboter in der Fabrik ergänzen und die Vision eines gemeinschaftlichen Arbeitens von Mensch und Maschine Wirklichkeit werden lassen.

So hat das finnische Softwareunternehmen Tieto das künstliche Intelligenzmitglied Alicia T in eines ihrer Managementteams aufgenommen. Sie ist ein vollwertiges Mitglied und an der Entscheidungsfindung beteiligt. Was heute vielleicht eher wie ein PR-Trick anmutet, wird bald schon Realität: Alicia T und ihre KI-Freunde werden weltweit in Teams vertreten sein.

Noch sind Menschen schneller als Maschinen, wenn es um Präzision, Details und kleinere Anpassungen geht. Doch bereits jetzt gibt es unzählige Momente, die der Unterstützung durch Maschinen bedürfen

Industrie 4.0 ist in nahezu allen Branchen hochaktuell. Künstliche Intelligenz, Big Data und Konnektivität werden überall auf der Welt in Managementmeetings, Industrieausstellungen, Vorstandsetagen sowie Publikationen diskutiert.

Einer der wichtigsten Bestandteile einer integrierten Branche ist das gemeinsame Arbeiten von Mensch und Maschine. Kollaborative Roboter oder „Cobots“ und Menschen sind in der Produktion nebeneinander tätig. Während traditionelle Roboter vordefinierte Arbeitstätigkeiten ausführen, sind Cobots für die menschliche Interaktion konzipiert. Wie Roboter können sie in explosionsgefährdeten Umgebungen und über lange Stunden hinweg arbeiten, ohne zu ermüden. Zudem sind sie lernfähig und können verschiedene Aufgaben übernehmen.

„Noch sind Menschen schneller als Maschinen, wenn es um Präzision, Details und kleinere Anpassungen geht. Doch bereits jetzt gibt es unzählige Aufgaben, die der Unterstützung durch Maschinen bedürfen,“ so Pasi Kangas, Vizepräsident und Leiter für Forschung, Entwicklung und Qualität bei Sandvik Materials Technology. „Darin werden Cobots unschlagbar sein. Das Tragen von schweren Lasten, das Erfassen bzw. Sammeln von Gegenständen und das Ausführen von Aktionen bei extremen Temperaturen und anderen schädlichen Umgebungsbedingungen sind nur einige von unzähligen Beispielen.”

Cobots werden die produktionsgenauigkeit verbessern

Sandvik Coromant verwendet bereits Robotertechnik bei Materialumschlag, Transport, Logistik, Werkzeughandling sowie zahlreichen weiteren Aufgaben. Vahid Kalhori, Manager für intelligente Bearbeitung bei Sandvik Coromant, sagt, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine die Produktionsgenauigkeit hinsichtlich Kosten, Qualität, Produktivität und Prozesssicherheit steigern wird.

„Was wir jetzt erleben, ist eine industrielle Revolution. Sie wird unsere Arbeitsweise und unsere Prozesse maßgeblich beeinflussen“, erklärt er. „Um von diesen Möglichkeiten zu profitieren, brauchen wir neue Arten von Kompetenz. Unabhängig davon, wie kollaborativ die Roboter sind, ist der Mensch als Ressource unerlässlich: Wir brauchen Menschen, die Algorithmen und Methoden verbessern und die die Cobots trainieren können. Das Ganze erinnert an ein Puzzle.“

Gefahr oder chance?

Die Kombination von Robotertechnologie, höherer künstlicher Intelligenz und Big Data wirft rasch Fragen zur künftigen Rolle des Menschen auf. Kangas glaubt nicht an eine Bedrohung der Menschheit durch künstliche Intelligenz. Eher geht er vom Gegenteil aus.

„Der Arbeitsplatz der Zukunft wird attraktiver sein als der der Gegenwart“, lautet seine Überzeugung. „Stellen Sie sich nur die monotonen und manchmal unsicheren Arbeitstätigkeiten vor, die von Menschen heute ausgeführt werden. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird die Industrie neu und positiver definieren.“