Feierliche Eröffnung des längsten und tiefsten Verkehrstunnels der Welt

Axera T12-Sedrun drilling jumbo in action in the tunnel

Die höchsten Gipfel der Alpen befinden sich fast alle in der Schweiz. Bedingt durch die zentrale Lage des Landes war dies schon immer eine wichtige, wenn auch zeitaufwändige Route über die Alpen. Heute, am 1. Juni, ist die offizielle Eröffnung des lang erwarteten Gotthard-Basistunnels. Der Tunnel wird sowohl dem Personen- als auch dem Güterverkehr viele Stunden Zeitersparnis einbringen. Die Bauzeit betrug 23 Jahre für eine Strecke von 57 Kilometern von Tor zu Tor und deshalb ist es der weltweit längste und tiefste Tunnel, der jemals gebaut wurde.

Der Abschnitt Sedrun war der anspruchsvollste Bauabschnitt durch die Kombination aus einer 2 Kilometer tiefen Gesteinsschicht und äußerst schlechter Gesteinsfestigkeit. Die Wahl fiel auf Bohrgeräte, Ladefahrzeuge und Brecher von Sandvik, um diese Herausforderungen zu überwinden. Der Einsatzort war lediglich über einen horizontalen Zufahrtstunnel und zwei vertikale, 800 Meter tiefe Blindschächte zu erreichen. Die gesamte Ausrüstung, alle Materialien, Maschinen und Arbeiter wurden durch diese beiden Schächte transportiert.

"Sämtliche Maschinen mussten für die Passage durch den Schacht auseinander genommen werden, einschließlich der instrumentengesteuerten Bohrwagen. Das war ein äußerst kompliziertes Verfahren", sagt Pekka Nieminen, der damalige Global Tunneling Business Line Manager. Nieminen leitete die Geräteentwicklung für das Projekt zusammen mit den Maschinenbau- und Vertriebsabteilungen sowie Avesco, dem Vertriebspartner.

Anspruchsvolle Situation führt zu innovativen Lösungen

Die Kombination aus Tiefe und schwachem Gestein brachte ein noch größeres Problem hervor: die Sicherheit der Arbeiter.

"Die Sedruner Abbaustätte lag in zwei Kilometer Tiefe, deshalb war die Kompression des Gesteins dort enorm. Sicherheit hatte immer oberste Priorität. Die schwierigen Bedingungen erforderten innovatives Denken und eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und unserem Vertriebspartner", sagt Nieminen.

Er sagt, dass die 60-Tonnen-Bohrausrüstung, die Sandvik für das Sedrun-Projekt entwickelte, einem Schweizer Taschenmesser glich und im Prinzip sämtliche Bohranforderungen erfüllen konnte, entweder unter Einsatz von Gesteinsbohrern oder Rotationsköpfen.

"Etwas Derartiges hatten wir noch nie zuvor gemacht. Doch diese Spezialbohrausrüstung hat zu vielen Aufträgen für Standardausrüstung geführt", sagt er.

Prestigeprojekt

Das Projekt begann 2003. Zu dieser Zeit wurde die Baubranche in der Schweiz von der Konkurrenz beherrscht, deshalb war der Auftrag sehr wichtig für Sandvik. Dank seiner erfolgreichen Ausführung folgten andere Projekte, wie der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel, der im Jahr 2020 eröffnet werden soll. Der Gotthard-Basistunnel und der Ceneri-Basistunnel sind beide Teil der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).

"Auch wenn der Gotthard-Basistunnel das Herzstück der NEAT ist, entsteht erst zusammen mit dem Ceneri-Basistunnel eine durchgehende Flachbahn", sagt Nieminen. "Der Sedruner Abschnitt war kürzer als der Ceneri, aber viel komplexer", sagt er abschließend.

Das Bild oben zeigt den Axera T12-Sedrun Bohrwagen in Aktion im Tunnel.